Exzenterschleifer Bosch PEX 400 AE – Testbericht

Guten Abend liebe Leute!

Wie ich es liebe, wenn ein großes Paket hereinschneit. Die Freude wird nur dann und wann durch einen offenkundig schlecht gelaunten GLS-Mann leicht getrübt. Dieses Mal jedoch war er erstaunlich gut drauf – Vielleicht ist das der Beginn einer wunderbaren Freundschaft 🙂

Aber zurück zum Paket: Enthalten war in dem doch recht großen Karton ein grüner Bosch-Koffer, der wiederum mein neuestes Spielzeug enthielt, seines Zeichens der Exzenterschleifer PEX 400 AE von Bosch.

Die technischen Angaben werde ich nicht extra auflisten, die findet ihr auf der Produkt-Detailseite von Bosch.

Inhaltsverzeichnis

Bosch PEX 400 AE Koffer

Exzenterschleifer?

Vorneweg eine ganz kurze Einführung, was ein Exzenterschleifer überhaupt ist: Es handelt sich im Prinzip um einen Schwingschleifer, dessen Schleifteller zusätzlich in Rotation versetzt wird. Dadurch bekommen die einzelnen Körner des benutzten Schleifpapiers eine größere Bewegungsamplitude was sich wiederum in einem größeren Abtrag und einem feineren Schleifbild niederschlägt.

Was ist der Nachteil? Dass der Schleifteller rund ist. Dadurch wird es, bedingt durch die Gesetze des dreidimensionalen Raumes, schwer, in Ecken zu gelangen. Dort kommen dann die „normalen“ Schwingschleifer oder Deltaschleifer bzw. Multitool zum Zuge.

PEX Exzenterschleifer FrontBeim Exzenterschleifer ohne Zwangsantrieb (Das ist hier der Fall) müsst ihr darauf achten, dass ihr nicht mit Druck arbeiten dürft, da sonst die Rotation gestoppt wird und die Vorteile verloren gehen. Geräte mit Zwangsantrieb sind meines Wissens nach in dieser Preisklasse nicht verfügbar.

Desweiteren gibt es für Exzenterschleifer Schleifteller in verschiedenen Härtestufen, so dass man auch unebene Oberflächen schleifen kann. Aber das ist eine andere Geschichte 🙂

Lieferumfang

Bosch PEX 400 AE LieferumfangUuuuund los geht’s: Der Koffer hat im Vergleich zu manchen anderen Bosch-Koffern erstaunlich viel Platz. Das merkt man in der Regel daran, dass es möglich ist, dass Stromkabel problemlos zu verstauen 🙂 In der Box befindet sich natürlich der Exzenterschleifer (Manchmal auch fälschlicherweise „Excenterschleifer“ geschrieben). Dazu kommt die obligatorische Anleitung und ein kleines Schema, dass zwar eigentlich im Deckel an der Innenseite verklebt ist, bei diesem Exemplar jedoch immer abfällt.

Als praktisches Zubehör gibt es ein 80er Schleifblatt. Ihr habt richtig gelesen: EIN Schleifblatt. Vielleicht sehe ich das falsch, aber wenn ich so ein Gerät kaufe bzw. bekomme, dann lege ich am liebsten sofort los. Und hier? Das ist schon etwas schade. Beim Multitool war noch ein ganzes Set dabei. Also zum Baumarkt und Schleifpapiere gekauft. Resultat: Einen riesigen Batzen an verschiedensten Körnungen für unter sechs Euro. Liebe Firma Bosch: Ist es nicht möglich, zumindest eine Handvoll Schleifpapiere beizulegen? Für euch ist es „’n Appel und ’n Ei“ und die Käufer würden es euch danken 😉

Erster Eindruck

Am PEX 400 ist nichts auszusetzen. Ohne Werbung machen zu wollen: Die Erwartungen aus meinen bisherigen Erfahrungen mit Werkzeug von Bosch haben sich beinahe erfüllt. Tolle Haptik, saubere Verarbeitung. Das einzige, das etwas… naja, billig wirkt, ist die Befestigung des Griffs an der Front.

Von der Größe her ist der Exzenterschleifer vergleichbar mit anderen Schleifgeräten. Auf dem links stehenden PEX 400 GrößeBild kann man gut das Problem erkennen, das ich vorhin in Hinblick auf die Größe des Koffers ansprach: Der Koffer des PSM 200 AES (rechts) ist – für mich grundlos – ein ganzes Stück kleiner.

In der Box des Exzenterschleifers kann man problemlos noch zusätzliches Schleifpapier unterbringen, was beim Schwingschleifer schon problematisch wird.

Wenn ihr genau hinschaut, werden euch die äußerst ähnlichen Werkzeug-Gehäuse auffallen. Ich vermute, dass sich im Inneren (beinahe) identische Geräte befinden, die lediglich ein anderes Getriebe o. ä. besitzen.

Bei vielen „Profis“ verpönt, für mich allerdings ein überaus praktisches Gimmick: Der Paper-Assistent. Dabei handelt es sich um einen kleinen Plastik gewordenen Helfer, der dazu dient, das Schleifpapier korrekt auf dem Schleifteller zu platzieren – Soll heißen, die Löcher des Schleifpapiers sind kongruent mit den „Luftlöchern“ der Schleifplatte.

Die Alternative kenne ich zur Genüge: Vooooooooooorsichtig und ganz genau das Schleifblatt ansetzen, festkletten und dann sitzt es doch falsch 😀

Erster Versuch

Das erste Einschalten offenbarte einen großen Vorteil gegenüber anderen elektrischen Werkzeugen wie z. B. dem PMF 250 CES (Klingt und ist laut wie eine Kreissäge). Der PEX ist sehr leise. Bis auf Stufe 4 von 6, ertönt nicht mehr als ein sonores Brummen. Auf der höchsten Stufe kommt es geschätzt an einen leisen Staubsauger heran – absolut Mietwohnungs-geeignet!

Die Bewährungsprobe war eine sägeraue Baumscheibe mit einem Durchmesser von ca. 30 x 50 cm. Und wenn ich schreibe „sägerau“, dann meine ich, dass die Oberfläche aussah, als hätte sie jemand mit Hammer und Meißel vom Stamm abgetrennt…

Der eigentliche Plan war, daraus ein Schneidbrett herzustellen, allerdings hat sich die Holzscheibe beim Trocknen verzogen und es haben sich bereits erste Risse gebildet. Man wird sehen, für was sie noch gut sein wird. Vielleicht biegt sie sich noch weiter durch und ich kann sie als Schale benutzen 🙂

Der erste Durchgang war Schleifpapier mit einer 40er-Körnung. Damit wurden in Rekordzeit ca. 3 mm der Oberfläche abgeschliffen. Rekordzeit meint ca. 15 Minuten. Zwischendurch schwenkte ich auf 80er-Papier um, aber für den ganz groben Schliff eignet sich ersteres einfach besser.

Zu beachten sind allerdings zwei Dinge:

  1. Bei zu hoher Geschwindigkeit wird Schleifpapier und Werkstück recht schnell einigermaßen warm. Da muss man aufpassen!
  2. Das Schleifpapier wird mit der Zeit stumpf. Für mehr als diese Fläche reicht ein Blatt der 40er-Körnung beim besten Willen nicht. Allerdings wurde hier eine ziemlich große Menge Holz abgetragen, wie man im Folgenden noch sehen wird.

Fazit des ersten Schritts: Selbst mit dem 40er-Schleifpapier ist die geschliffene Fläche bereits sehr glatt – Man könnte es direkt so lassen 🙂

Aber wir machen ja keine halben Sachen und ich wollte das gesamte Programm fahren, also ging es weiter über 80er-, 120er-, 180er- und 240er-Schleifpapier. Ab dem 120er musste man im Prinzip nur noch einmal über die Oberfläche streichen.

Das Resultat: Super! Toll! Ich habe selten etwas so Glattes und fein Geschliffenes in der Hand gehabt. Und das in so kurzer Zeit.

Schlussendlich habe ich die Fläche mit Leinöl behandelt. Leider habe ich etwas getropft, so dass sich ein paar leichte Flecken gebildet – Irgendetwas ist halt immer 🙂

Wie auch immer: Abschließend ist die Oberfläche extrem glatt, sie glänzt sogar leicht. Leider können die Fotos dies nicht so schön rüberbringen. Es fühlt sich beinahe an wie poliert. Mit Schleifvlies oder Polierscheibe hätte man das Ergebnis vermutlich sogar noch verbessern können.

uiiiiiiii…!

Staubauffangbehälter

Ein häufiger Streitpunkt ist der Staubfangbehälter. Ich stehe da zwar allein auf weiter Flur aber ich behaupte standhaft, dass dieser bei diesem Modell hervorragend funktioniert. Natürlich nicht ganz so gut wie eine Absaugvorrichtung mit Industriestaubsauger, aber es fliegt außer einer kleinen Menge um das Werkstück herum kein Staub durch die Luft. Ihr müsst den Behälter nur ab und zu ausleeren, da sonst die Zufuhr verstopfen kann.

Fazit

Des nicht ganz so langen Textes kurzer Sinn: Für den Heimwerker absolut empfehlenswert! Wenn Du noch kein Schleifgerät hast, solltest Du mit dem Gedanken an dieses Gerät spielen.  Auch wenn ich mich bei Bosch-Werkzeugen wiederhole – Ich kann den PEX 400 AE nur empfehlen. Die einzige Einschränkung ist, dass der PEX 300 (Der kleinere Bruder) für die meisten ausreichen wird.
Und so wünsche ich euch schon mal ein schönes Wochenende mit viel Sonne und Erholung (Hier sollen um die 35° C werden) 🙂

Und zu allerguter Letzt ein Dankeschön an die Community 1-2-do.com, die dieses Schleifgerät zur Verfügung stellten. Unter dem Link findet ihr übrigens diverse weitere Testberichte zum PEX.

5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Da ich gerade an meiner Blogrundschau sitze, habe ich auch bei Dir rein gesehen, den Artikel aber nur kurz überflogen (lese ich später richtig). Eins möchte ich aber gleich los werden:

    Bei der Staubfangbox stehst Du nicht „allein auf weiter Flur“.

    Gruß Ricc

    • Marc Zahn

      Tue ich nicht? Ich habe ja bereits im Vorfeld viele Erfahrungsberichte geslesen und der allgemeine Tenor ist, wie gesagt, dass die Auffangbox nur Staffage sei. Aber es freut mich ja, dass ich scheinbar doch nicht der einzige bin, der das so sieht 🙂

  2. Na endlich ein guter Exzenterschleifer in Deinem Werkzeugarsenal! Damit werden auch Moppe & Co in Zukunft schneller fertig 😉
    Über die Staubbox lässt sich trefflich diskutieren, das ist auch vom jeweiligen Anwendungsfall abhängig. Ich sauge da immer ab. Aber auf jeden Fall signifikant besser als die kleinen Stoffbeutelchen an vielen anderen Fabrikaten.
    Und jetzt muss ich in Werkstatt – ein neues Projekt ist im werden…

    • Marc Zahn

      Definitiv – Ich bin richtig happy darüber 🙂

      Dass die Schleiferei in Zukunft schneller von der Hand gehen wird, denke ich aber auch. Allerdings werde ich noch in einen weichen Schleifteller investieren. Ich hatte das Problem beim Schleifen, dass bei Außen-„Rundungen“ wie im mittleren Bereich der Baumscheibe teilweise viel Mühe notwendig war, den Schleifer in der Spur zu halten, damit er nicht „verreißt“.

  3. Hallo,
    schöner Testbericht über den PEX 400 AE.
    Das mit dem einem Schleifblatt ist übrigens bei fast allen Geräten. Lediglich die teuren legen ein Set bei (wenn man Glück hat). 😉

    Schöne Grüße,
    Christof