1 Tag, 1 Projekt – Frei hängendes Regal

40 Euro für ein einfaches hängedes Regal? Nein, Freunde der Sonne, dachten meine Frau und ich und bauten eine individuelle Do it yourself-Variante für unschlagbare 10 Euro. Du benötigst lediglich eine Handvoll Werkzeug, ein bisschen Material und nur wenige Stunden Deiner wertvollen Zeit.

Optimalerweise hast Du bereits eine elektrische Säge und ein Schleifgerät, aber zumindest zum Schleifen reichen auch zwei Hände und Schleifpapier.

Benötigtes Material

  • Lasur Palisander
  • Kordel weiß 4 x 1 m (abhängig von der Zimmerhöhe)
  • Leimholz oder Massivholz ca. 30 x 30 cm, 18 mm – 30 mm Stärke

Benötigtes Werkzeug

  • Stichsäge o. ä. (Alternativ kannst Du bereits passend zugesägtes Holz kaufen).
  • Schleifgerät oder Schleifpapier
  • Pinsel

Schritt 1 – Zusägen

Wenn Du nicht schon ein passend zugeschnittenes Brett haben solltest, muss dieses nun zugesägt werden. Für uns haben sich 30 x 30 cm bewährt. Hierfür ist allerdings eine Stichsäge oder eine (Hand-)Kreissäge notwendig. Ein Fuchsschwanz oder eine Laubsäge reicht da leider nicht 🙂

Wenn Du eine Stichsäge verwendest, dann achte darauf, hochwertige Sägeblätter zu benutzen und gaaaanz langsam zu sägen, damit der Schnitt nicht verläuft.

Schritt 3 – Löcher bohren

Die vier Löcher an jeder Ecke müssen vor dem Schleifen gebohrt werden, damit die Ausfransungen im nächsten Schritt mit weggeschliffen werden. Der Durchmesser des Bohrers sollte 2 – 3 mm größer sein als die Kordel dick ist. Prüfe daher am besten direkt, ob Deine Kordel auch hindurchpasst, damit nachher nicht noch einmal nachgebohrt werden muss. Die Löcher sollten an jeder Ecke etwa 1 cm vom Rand entfernt sein.

Übrigens: Vermeide es, billige Bohrer-Sets mit vielen Bohrern zu kaufen. Investiere Dein Geld lieber in einzelne Bohrer, die Du auch wirklich benötigst. Es gibt Bohrer aus ChromVanadium (CV) und High speed steel (HSS). Ich bevorzuge die HSS-Varianten, die diese eine längere Standzeit haben und, zumindest bei Baumarktware, meist schärfer sind. Und – Auch das ist mir schon passiert – pass auf, dass Du auch wirklich Holzbohrer und nicht etwa Metallbohrer kaufst 🙂

Schritt 3 – Abschleifen

Falls Du nicht sowieso bereits so etwas besitzt und Du vorhast, auch in Zukunft mit Holz zu arbeiten, solltest Du mit dem Gedanken spielen, ein oder zwei Schleifgeräte zu kaufen. Ich persönlich empfehle eine Kombination aus Exzenterschleifer und Multitool/Deltaschleifer, aber für den Anfang sollte auch ein preisgünstiger Schwingschleifer reichen.

Beim Abschleifen arbeitet man immer von rau nach fein. Ich würde mit einer 80er-Körnung beginnen, dann einen Durchgang mit 120er-Schleifpapier und zum Abschluss mit 180er. Zwischen jedem Vorgang mit einem Lappen gründlich abstauben nicht vergessen. Nun solltest Du eine richtig schöne, glatte Oberfläche bekommen haben.

Leimholz wässernDanach solltest Du das Holz wässern. Dabei wird das Holz gut angefeuchtet. Wenn Du danach mit der Hand darüber fährst, wirst Du merken, dass von der glatten Oberfläche nicht mehr viel übrig ist – Die ganze Mühe umsonst? Nein 🙂

Das Problem sind Holzfasern, die sich durch die Feuchtigkeit aufstellen. Diese müssen nun entfernt werden, indem man mit Schleifpapier mit einer 180er-Körnung oder einen feinen Schleifschwamm in Faserrichtung schleift. Danach sollte die Oberfläche dann wieder glatt sein.

 

Schritt 4 – Lasieren

Ich habe hier Palisander-farbene Lasur benutzt. Diese ergibt eine schöne, ins Gold gehende Oberfläche. Ob das nun wirklich aussieht wie Palisander, kann ich nicht sagen, aber das Ergebnis ist sehr hübsch 🙂

Falls Du Lasur bisher noch nicht benutzt hast: Trage nur in dünnen Schichten auf, dann kannst Du besser beurteilen, ob Dir der Farbton gefällt. Falls Du mehrere Schichten aufträgst, solltest Du zwischen jedem Durchgang die Oberfläche ganz leicht anschleifen, damit die Lasur gut haften kann.

Um zum Schluss wieder eine glatte Oberfläche zu erhalten, wird die Oberfläche abschließend per Hand mit einem feinen Schleifpapier leicht abgeschliffen (Nicht die Lasur wieder herunterschleifen!)

Schritt 5

Damit hast Du es dann fast geschafft. Nun musst Du nur noch ausmessen, in welcher Höhe Du das Regal haben möchtest. Als Anbringung dient ein Schlüsselring, an den das eine Ende der Kordeln geknotet wird.

Regal Aufhängung

Zugegeben – Nicht ganz hübsch, aber es fällt nachher nicht mehr auf – versprochen! Wer eine bessere Idee hat, darf diese übrigens gern mitteilen.

Die anderen Enden werden durch die Löcher des Brettes gefädelt. Die Justierung der Länge erfolgt über die Knoten an der Unterseite des Brettes. Das ist etwas fummelig und Du solltet am besten eine dritte Hand parat haben.

Und dann ist es auch schon fertig. Effektive Arbeitszeit mit intensivem Schleifen ca. 4 Stunden. Das Ergebnis – Sehr schön und romantisch. Und außerdem hast Du 30 Euro gespart 🙂

Nicht vergessen!

  • Auch, wenn es selbstverständlich sein sollte: Kein offenes Feuer auf diesem Regal!
  • Statt der hier gewählten braun/weiß-Kombination kannst Du natürlich völlig frei auch andere Farben kombinieren.
  • Sorge dafür, dass die Knoten wirklich fest sind – Nicht, dass Dir das Regal auf den Kopf oder auf teure Möbel fällt.

Damit sind wir am Ende des Projektes angekommen. Ich wünsche viel Spaß beim Nachbauen!

Hat Dir das Projekt gefallen? Vielleicht sogar nachgebaut? Hast Du Anregungen? Schreib einfach in die Kommentare!

24 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich würde die Schnüre am oberen Ende in eine Schlaufe legen und dann so ca. 20cm unter der Zimmerdecke verknoten. Ein Knoten aus allen 4 Schnüren.

    Obs gut aussieht weiß ich nicht -> Nur sone Idee gewesen^^

    • Marc Zahn

      Mit dem Verknoten wird das halt schwierig, weil es vier Kordeln sind. Aber eine Art Klemme wäre eine Möglichkeit – In Form einer Muffe z. B….

  2. Wirklich eine schöne Idee!
    Vielleicht ist das auch mit einer Acrylglasplatte ganz hübsch? Natürlich je nachdem, was man da dann Deko-technisch vorhat. 😉
    Oder man macht sich eine Art „Hänge-Tischchen“ als Couch- oder Nachttisch draus?
    PS: Ich muss echt sagen, ich finde deinen Blog wirklich super – authentisch und mit tollen Ideen.

    Liebe Grüße, Sabine

    • Marc Zahn

      Es freut mich ungemein, dass Dir der Blog gefällt – Vielen Dank dafür 🙂

      Aus Acrylglas sieht das bestimmt auch super aus – Allerdings muss man dann etwas darauf stellen, das auch von unten gut aussieht 🙂

      Als Tisch wäre das auch eine Variante. Daran habe ich noch gar nicht gedacht. Aber stimmt – Das wäre mal etwas Ausgefallenes!

  3. Schöne kleine Idee!
    Finde es gut, dass du auch nochmal das Schleifen erklärst – Stichwort: Wässern. Für neue Leser, die deine anderen Artikel noch nicht gelesen haben, ein kleiner aber wichtiger Hinweis…

    • Marc Zahn

      Ich hatte ja schon mal vor einiger Zeit einen Artikel über das Abschleifen von Holz geschrieben, aber Du hast recht. Ich schreibe es lieber hier noch mal als Kurzfassung hinein, als dass der geneigte Nachbauer erst noch mal einen zusätzlichen Artikel lesen muss, wie er etwas machen muss.

  4. So kann man neue Flächen für Deko erstellen 😉

    Super umgesetzt, gefällt mir.

  5. Wir haben mal etwas ähnliches „gebastelt“.
    Statt eines Brettes haben wir eine dunkle Holzleiter gebaut, die mit einer feingliedrigen schwarze Kette aufgehängt wurde. An dieser Mini-Leiter hängen alte Einweckgläser mit Teelichtern drin.
    Es hängt über unserem Essplatz draußen unter einer überdachten Terrasse und macht es wirklich gemütlich.

    Habe ich es richtig verstanden? Jeden Tag ein Projekt? Das ist ja mal ambitioniert.

    Viele Grüße
    Jannik

    • Marc Zahn

      Hallo Jannik,

      das klingt ja wirklich interessant. Hast Du da mal ein Bild? Das würde mich interessieren.

      Nein 🙂 Das würde mein Kontingente in jeder Hinsicht sprengen. Gemeint ist, dass man das Projekt an einem Tag durchführen kann.

  6. Pingback: Blogrundschau Holz Technik 35/2014 | Heimwerker-Blog

  7. Klasse gemacht!
    Ich würde versuchen die vier Kordeln auf den letzten zehn Zentimetern zu einer Kordel zu flechten. Am Ende dann einen Schlüsselring miteinflechten und die Kordelenden mit Heißkleber verschmelzen.

    • Marc Zahn

      Das ist auch eine gute Idee. Aber so was ist recht schwierig. Wir haben ein paar Dinge durchprobiert, aber vieles ist auch daran gescheitert, dass die Oberfläche zu glatt ist. Das Verschmelzen ist ebenfalls nicht ganz einfach, da man entweder ruckzuck die ganze Kordel verkokelt oder nicht genügend Fasern erwischt…

      Wer es versucht, muss halt etwas experimentieren 🙂

  8. Schöne Idee. Ich stelle mir es nur etwas fummelig vor, die Knoten an der richtigen Stelle zu setzen, damit die Platte auch gerade hängt.

    • Marc Zahn

      Das stellst Du Dir nicht nur so vor – Das war fummelig 🙂 Ohne ein zweites Paar Hände oder ein paar Klammern ist das nicht zu machen.

  9. Hui! Deine Anleitung ist so informativ und professionell, dass ich mich für meine Heimwerker-Tutorials richtig schäme! Außerdem ist bei mir gerade der große Neid auf dein Werkzeug und deine Werkbank ausgebrochen! 🙂 Sehr schöne Arbeit, vom Projekt an sich bis zum Blog insgesamt!

    • Marc Zahn

      Hallo Ronja,

      vielen Dank 🙂 Kein Grund neidisch zu – schon gar nicht auf die Werkbank. Das ist eigentlich nur ein Notbehelf, weil nichts anderes auf den Balkon passt. Ich habe schon etliche Male darüber geflucht, das kann ich Dir sagen 😉

    • Marc Zahn

      Hi Martin,

      das freut mich sehr – Vielleicht hast Du ja mal ein Bild zur Hand, falls Du es selber bauen solltest 🙂

  10. Wir haben an unsere Balkonüberdachung dieses frei hängend Regal angebracht, weil wir die Idee mit den Kerzen so schön für draußen fanden. So wertet man einige Sommerabende nochmal auf und es wird richtig gemütlich. Tolle Idee, super Anleitung, danke!

    • Marc Zahn

      Hi Nina,

      ich freue mich, dass Du etwas damit anfangen konntest 🙂 Magst Du vielleicht mal ein Bild schicken? Ich würde mich freuen.