Die extra-elektro-Tacker-Power: Novus J-165 extra power – Test

Der Star des Abends wurde von der Firma Novus zur Verfügung gestellt. Ein mir bisher unbekannter Hersteller, der allerdings eigentlich ziemlich bekannt ist. Es handelt sich um das Modell J-165, das ziemlich Zucker hat und Klammern und Nägel bis maximal 20 mm einschlagen kann. Aber lies selbst…

Der erste Eindruck

Der Tacker ist erstaunlich groß. Zumindest kommt es mir mangels Vergleich so vor, aber ich hatte eigentlich mit einem Gerät der Größe eines Handtackers gerechnet. Insgesamt ist die Verarbeitung hochwertig. Im Gegensatz dazu macht der Lade-Mechanismus einen etwas wackeligen Eindruck. Vergleichbar ist diese Konstruktion mit einem Büro-Tacker.

Beim Stellrad zum Einstellen der Stärke erkennt man auf Anhieb leider nicht, welche Richtung was bewirkt.

Das Netzkabel ist bei lockerem Zug etwa 3,3 m lang.

Funktion

Es können drei verschiedene Heftmittel verarbeitet werden:

  • Feindrahtklammern mit einer Länge von 8 – 20 mm
  • Etwas breitere Klammern mit einer Länge von 8 – 18 mm
  • Nägel mit einer Länge von 16 – 19 mm

Bei einem der beiden Test-Projekte habe ich nur die Nägel verwendet. Der Vorteil bei diesem Projekt war, dass ich Unmengen an Nägeln einschlagen konnte. Ok, Unmengen sind relativ – Es waren etwa 180 + ein paar Vorversuche. Ein oft genanntes Problem ist nämlich, dass sich diese im Magazin verhaken würden. Ich kann das jedoch nicht bestätigen.

Bei einem zweiten Projekt, einer Polsterung, habe ich Klammern verwendet, was sich als ebenso problemlos herausstellte.

Laden

Bei der „Munition“ handelt es sich um vorgestanzte Heftmittel. Der Ladevorgang gestaltet sich genauso wie bei einem Bürotacker. Es ist etwas fummelig und ich hatte anfangs etwas Angst, die Mechanik kaputt zu machen. Und ich befürchte auch jetzt noch, dass sich das als eines der schwächsten Glieder herausstellen könnte. Desweiteren würde ich Dir ganz dringend empfehlen, dabei den Netzstecker zu ziehen. Die Kraft des J-165 reicht problemlos, um aus Versehen einen Knochen zu perforieren!

Feuer frei!

Tacker RückschlagIch war äußerst gespannt, wie sich das Gerät schlagen (Wortspiel 😀 ) würde, da ich ja keinerlei Erfahrungswerte hatte. Lasst es mich mal so sagen: Die Länge der Heftmittel ist nicht etwa durch die Kraft des Gerätes, sondern nur durch die Länge der Aufnahme beschränkt.

Die Nägel wurden allesamt komplett „reingewamst“. Man muss allerdings auf einen festen Griff achten, da sonst durch den beträchtlichen Rückschlag einiges an Energie verloren geht.

An der Unterseite gibt es ein Stellrad, mit dem man die Stärke justieren kann. Wie oben erwähnt, kann man jedoch nicht auf Anhieb erkennen, welche Richtung sich wie auswirkt.

Allerdings kann ich mir auch keine Fälle vorstellen, bei denen ist notwendig wäre, Klammern oder Nägel nur halb einzuschlagen. Hast Du eine Idee, wozu man diese nicht komplett einschlagen wollen würde?

Rückschlag

Nein, nicht Scheitern 🙂 Gemeint ist der Rückschlag des Gerätes. Dieser ist nicht zu unterschätzen. Man benötigt schon sehr viel Kraft in der einen Hand oder muss beide Hände benutzen, da, wie oben erwähnt, der Tacker sonst so stark zurückschlägt, dass Nägel nicht komplett eingeschlagen werden.

Nous J-165 Rückschlag Auswirkung

Probleme?

Ich habe von einem weiteren Problem gelesen, nach dem angeblich manchmal keine Nägel/Klammern eingeschlagen werden, obwohl die Feder hör- und spürbar schlägt. Dazu habe ich zwei potentielle Gründe ausgemacht:

  • Es gibt eine Nachschlagfunktion. Das bedeutet, wenn man ein gerade eingetriebenes Heftmittel (Nagel oder Klammer) nicht komplett versenkt hat, kann man weiter „darauf einschlagen“. Ist das Heftmittel aber bereits komplett versenkt, sieht es so aus, als würde sich nichts mehr tun. Also musst Du den Abzug und den Sicherungshebel los lassen, damit das nächste Heftmittel geladen wird. Darauf muss man aber erst einmal kommen, denn beschrieben wird das nicht.
  • Es gibt abhängig von der Breite der Heftmittel verschiedene Aufsätze. Wenn man nicht darauf achtet, dann wird das natürlich nichts. Die Aufsätze sind sehr stabil – Ich nehme mal an, Gusseisen oder ähnliches – und werden einfach mittels einer Klammer am Austoß eingespannt.

Und nein,

man kann damit kein Zielschießen machen. Man kann zwar Nägel und Klammern „verschießen“ aber die Masse der Geschosse ist zu gering, als dass sie irgendwo stecken blieben – Ich habe es mehrfach ausprobiert 🙂

Fazit

Der Vorteil liegt auf jeden Fall bei den verhältnismäßig langen Heftmitteln und der Kraft. Achtung übrigens: Hierbei handelt es sich um die Variante „extra power“. Es gibt noch die Variante „profi power“, die auf längere und dünnere Heftmittel ausgelegt ist.

Ich habe bei zwei Projekten bisher ca. 180 Nägel und etwa 20 Klammern eingeschlagen und hatte kein einziges Mal Probleme, bis auf Fälle, die ich selbst verschuldete (Sicherungshebel nicht wieder losgelassen, falschen Aufsatz benutzt). Ich hatte auch nie Probleme mit einem Verkanten der Klammern und Nägel im Magazin, wie es öfters geschildert wird.

Ein Manko ist auf jeden Fall die sehr maue Anleitung, die z. B. gar nichts zu dem Umstand mit dem Sicherungshebel sagt – Das musste ich erst selbst herausfinden. Außerdem ist die Größe zu beachten, wenn man vorhat, damit in engen Ecken o. ä. zu arbeiten

Trotzdem ist der Novus J-165 von meiner Seite aus empfehlenswert. Mangels Vergleichsmöglichkeiten kann ich allerdings nicht beurteilen, ob sich seine Konkurrenten von Bosch, Metabo etc. besser oder schlechter schlagen.

Und Du?

Jetzt bist Du an der Reihe. Welche Erfahrungen hast Du mit solchen Geräten gemacht? Hast Du schon mal so was benutzt? Ich persönlich war anfangs skeptisch. Wie war/ist das bei Dir? Hast Du Erfahrungen mit anderen Herstellern gemacht?

14 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. hab ich das richtig gelesen – wenn ich zwischen nägeln und klammern wechseln will muß ich die aufsätze wechseln ? ziemlich umständlich wenn es dann so ist. bei meinen
    el. tacker muß ich nichts wechseln oder umstellen- ach ja doch wenn ich mit nägeln arbeiten will muß ich auch nägel reintun.(das war ein witz) der hinweis beim wechseln der aufsätze den netzstecker zu ziehen ist ja richtig -aber wenn vergessen dann passiert auch nichts durch die abzugssicherung – wichtig wäre auch bei einem test ob das netzkabel ausreichende länge hat

    • Marc Zahn

      Hallo red,

      welchen Aufsatz man benutzt, hängt nicht von Klammer oder Nagel, sondern von der Breite der Heftmittel ab. Es gibt auch Klammern, die die selbe Stärke wie die Nägel haben. Da ist dann natürlich kein Wechsel notwendig. Der Wechsel ist eine Sache von vielleicht 10 Sekunden.

      Das mit dem Netzstecker erwähnte ich, da der Abzug in den Sicherungshebel integriert ist. Es muss nur zuerst der Sicherungshebel gezogen werden und danach der Abzug. Und wenn man nicht aufpasst, dann kann das meiner Meinung nach durchaus passieren, wenn man den Tacker beim Nachladen in der Hand hält. Das nehme ich noch als Kritikpunkt in den Beitrag auf.

      Das Kabel ist mit lockerem Zug ca. 3,3 m lang (selbst gemessen).

    • Das mit dem unterschiedlich breiten Maul ist schon toll. Mein Metabo kann nur eine breite von Klammern und die Nägel. Wozu unterschiedlich breite klammern? Nun wenn man z.B. Folien oder Schaumstoff tackert, dann die Klammern möglichst breit dami nix einreisst, bei festeren Materialien eher die schmalen Klammern.

      • Marc Zahn

        Ich denke auch, dass sich die breiten Klammern für weniger stabile Stoffe eignen. Wir haben die z. B. für sie Polsterung der Schuhbank verwendet.

        Dein Tacker von Metabo kann allerdings, so wie ich das gesehen habe, längere Nägel einschlagen. Aber man darf wiederum auch die Festigkeit einer genagelten Verbindung mit solch „kurzen“ Nägeln nicht unterschätzen. Das geht mir jedes Mal so. Die eigentliche Stabilität der Obststiege ist eher durch das dünne Holz als durch die Verbindungen beschränkt.

  2. Toller Test! Diesen Tacker hatte ich auch schon im Auge.
    Mein Elektrotacker ist von Aldi und funktioniert ganz gut.
    Ich kann damit auch Nägel und 6 mm Breite Klammern verwenden. Es entstehen teilweise „Haker“, wenn der Streifen aufgebraucht ist und der letzte Nagel – eigentlich eher ein Pin – verschossen wird.
    Auf jeden Fall ist ein Tacker/Nagler sehr nützlich, vor allem bei Verleimarbeiten, die man mit Pins fixiert.

    • Marc Zahn

      Vielen Dank 🙂

      Ich denke, dass u. a. dafür die verschiedenen Aufsätze da sind. Damit werden die Heftmittel immer in der Waage gehalten und können sich nicht verkanten.

  3. Ein Elektro- oder Druckluftnagler steht auch nich ganz weit oben auf meiner Liste, danke für den Test, wieder eine Marke mehr auf der Liste 🙂

    Das nur halb einschlagen der Nägel stell ich mir ganz praktisch vor wenn ich die Nägel nur als Verleimhilfe benutze und diese hinterher wieder rausziehen will!

    • Marc Zahn

      Ich habe eben noch mal auf den Karton geschaut. Dort steht bzw. ist abgebildet, dass man die geringe Schlagkraft bei kurzen Klammern und Nägeln verwenden sollte. An so was habe ich gar nicht gedacht, da ich auch die Klammern immer nur „volle Pulle“ eingeschlagen habe 🙂 Daher war es für mich bisher egal, wie stark der Tacker eingestellt ist.

  4. gut das mit dem unterschiedlichen breiten klammern dann ist es natürlich erforderlich was am gerät zu ändern – das hatte ich nicht so richtig auf dem schirm – eigentlich praktisch – ich hab da zwei geräte – eine sogenannten schmalrückentacker für paneelklammern o.ä. – und ein anderen tacker für breite klammern und nägel – man muß nur darauf achten, wie es bei jeden tacker ist, das die richtigen klammern/nägel verwendet werden. unbedingt auf die angegebenen und kompitablen nummern achten, die stehen auf jeder packung drauf

    • Marc Zahn

      Da finde ich auch die Lösung mit den Aufsätzen praktischer (und billiger) – Allerdings nur, so lange man sie nicht gleichzeitig benötigt 🙂

  5. nochmal ich, mit der schlagkraft ist es so eine sache, ist die zu groß dann passiert das wie bei deiner kiste – man sieht den abdruck des tackers im holz, und manchmal will man das doch nicht ! ist die schlagkraft zu gering dann werden die klammern/nägel nicht tief genug ins holz getrieben. bei sensiblen sachen ist es sicher hilfreich mit weniger kraft zu beginnen und langsam zu steigern bis das ergebniss zufriedenstellend ist. wenn die nägel noch ein wenig herausschauen ist es nicht schlimm, dazu gibt es ganz normale hammer, aber zu viel kraft – siehe oben

    • Marc Zahn

      Hm.. Ja, das ist ein Argument. Zum letzten Punkt. Der Tacker hat glücklicherweise eine Nachschlagfunktion. Glücklicherweise ist allerdings nur relativ. Man sieht, ob der Nagel komplett versenkt ist, erst, wenn man den Tacker vom Nagel genommen hat 😀

  6. und das mein ich – diese nachschlagfunktion ist sicher praktisch aber die gefahr der beschädigung des materials ist m.E. doch gegeben – lieber doch dann mit fingerspitzengefühl rangehen und bißchen probieren. wenn es natürlich auf die oberflächige beschädigung des objektes nicht ankommt (weil es verdeckt ist) da kann man natürlich mit voller pulle arbeiten

    • Marc Zahn

      Ich habe das übrigens so gelöst, dass ich ein Metall-Profil mit einem etwas größeren Querschnitt aber absolut planer Schnittkante mit dieser auf die herausschauenden Nägel aufgesetzt und dann einfach mittels Körpergewicht versenkt habe. Dann sind sie genau auf Oberflächenhöhe und die Oberfläche selber nimmt keinen Schaden.