So machst Du eine Schale aus gebürsteten Aluminium

Einen superguten, wunderschönen guten Abend wünsche ich Dir! Und herzlich willkommen zum ersten… „Ding“ nach der langen Pause.

Gerade fertig geworden: Eine minimalistische Alu-Schale, die man mit wenig Werkzeug selber herstellen kann – Ein super Geschenk, nebenbei gesagt. Ein paar Probleme, die unterwegs auftraten, werde ich an gegebener Stelle beleuchten.

Was Du benötigst:

  • Metallsäge
  • Kleine Metallfeile
  • Akkuschrauber oder Bohrmaschine
  • Metallbohrer 3 – 4 mm
  • Anreißnadel oder ein Stift
  • ein Geodreieck oder einen Anschlagwinkel
  • Eine Aluminiumplatte 30 x 30 cm; 1 mm Materialstärke
  • 2 Schleifschwämme – 1 x mittel, 1 x fein
  • 2 gesunde Hände
  • Zwei Stunden Zeit

Das Ganze ist, wenn Du es durchziehst, innerhalb von zwei Stunden gemacht. Und los geht die wilde Fahrt! Ein kurzer Überblick, wie das Ganze laufen wird: Im Prinzip handelt es sich um nichts anderes als ein einfaches Abkanten des Aluminiums.

Form vorbereiten

Zuallererst musst Du das Blech anreißen (Oder, sofern keine Anreißnadel vorhanden ist, eben mit einem Stift markieren.

Anhand der Linien werden wir nachher die überflüssigen Stücke aussägen.

Damit nachher keine hässlichen Ecken vorhanden sind, solltest Du die zukünftigen Ecken etwas entschärfen. Dazu reicht es, mit einem Cent-Stück die passende Rundung anzureißen.

Nachdem das nun getan ist, müssen die Ecken der zukünftigen Ecken ausgebohrt werden. Sonst lässt sich das Material später nicht gleichmäßig biegen. Wichtig ist es, dass das Bohrloch innerhalb der Markierung sitzt!

Wie Du am letzten Bild erkennen kannst: Ein bisschen Schwund ist immer. Das hat übrigens bei mir dazu geführt, dass es nicht perfekt gleichmäßig wurde. Empfehlenswert ist es also, von Anfang an präzise zu arbeiten.

Danach darfst Du dann beginnen, entlang der angerissenen/markierten Kanten die Stücke auszusägen. Zu Schluss solltest Du dann etwas haben, das so aussieht:

Diy Tisch-Schale sägen

Tisch Schale Do it yourself angesagt

Wenn Du besonders talentiert bist, hast Du exakt an den Markierungen ausgesägt – Und musst nicht nachfeilen, wie ich oder andere Normalsterbliche 🙂 Achte beim Feilen bitte darauf, dies möglichst gleichmäßig zu tun, damit die Kanten gerade bleiben.

Es ist trotzdem essentiell, die Kanten zu entgraten. Das solltest Du übrigens immer machen, wenn beim Arbeiten mit Metall Kanten entstehen.

Vielleicht stolpert ein Metallarbeiter über diesen Artikel und kann ein paar Tipps geben, wie man die Kanten ohne dreijährige Ausbildung am besten gleichmäßig hinbekommt.

Die Oberfläche

Ok, Freunde der Sonne! Oberfläche bearbeiten – Der Teil, bei dem man am schnellsten den Fortschritt sieht 🙂

Die Form ist nun fertig. Bevor wir aber ans Biegen gehen, werden wir die Oberfläche bürsten. Das ist supereinfach. Ich habe es hier etwas ausführlicher beschrieben. Ab jetzt ist es gaaaaaaaaanz wichtig, nicht mehr mit den Fettfingern auf die Oberfläche zu tatschen. Daher: Gummihandschuhe anziehen oder telekinetische Fähigkeiten einsetzen!

Wenn Du sorgfältig gearbeitet hast, hast Du danach eine wunderhübsche, gebürstete Oberfläche. Empfehlung meinerseits: Lass das Blech nun ein paar Stunden liegen, damit sich eine Oxidationsschicht bilden kann. Vergiss nicht: Die Oberfläche ist durch das Aufrauen und die generell hohe Raktionsfreudigkeit von Aluminium extrem mpfindlich.

Finalemente

Und nun der Hauptteil, bei dem auch am meisten schief gehen kann: Das Biegen

Die beste Art meiner Meinung nach ist, das Holz zwischen zwei glatte Flächen z. B. Bretter einspannen (Oder sich darauf stellen) und dann mit einem anderen Brett o. ä. abkanten.

Und hier kam jetzt das verhunzte Loch zum Tragen: Die eine Seite ließ sich nicht entsprechend der anderen biegen 🙁 Aber mittlerweile finden wir, dass das durchaus etwas Charmantes hat. Ggf. musst Du ein bisschen nachbiegen, damit die Seiten gleichmäßig aussehen.

Ich habe übrigens 1,5 mm starkes Aluminium verwendet und möchte Dir daher ans Herz legen, 1 mm zu benutzen. Ohne dem viel schöneren Geschlecht zu nahe treten zu wollen, aber ich befürchte, euch wird die Kraft zum Biegen fehlen. Selbst ich habe es nur mit Mühe hinbekommen und trotzdem ist es nicht so gut geworden wie ich es mir erhofft hatte.

Mein erster Versuch waren ja sogar 3 mm, aber das war ein ganz schlimmes Trauerspiel, das mir viel Frust und Tränen beschert hat…

Aber nun ist ja alles neu und viel besser und wenn alles gut lief, dann hast Du ein Resultat, das so oder so ähnlich aussehn könnte:

Deko Alu-Schale

Do it yourself Deko Alu

Wohnzimer Aluminium-Schale

Was Du daraus machst, ist allein durch Deine Fantasie begrenzt – Nur Sachen wie Wasser könnten problematisch machen 🙂

Schreib doch mal einen Kommentar, was Du davon hälst – Toll? Müll? Ich würde mich freuen.

38 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo,

    seher interessanter Guide. Das muss ich selbst auch einmal ausprobieren. Ich finde es immer wieder toll solche Inpirationen im Netz zu finden. Schade, dass ich deinen Blog bisher noch nicht gefunden hatte.

  2. Oh ich erinnere mich an deine zahlreichen Versuche mit der Aluminiumplatte 🙂
    Das ist wirklich schön geworden. Ich denke das ist nichts für mich, da zu schwer… Oder mein Mann müsste mir schon wieder helfen, der hat letztens schon beim „Helfen“ gekrächzt „das ist nicht mein Hobby“. 😉

  3. Moin Marc,
    schön wieder mal einen Artikel von dir zu lesen!
    Aluminium scheint wohl dein Material zu sein…😊
    Tolle Idee und super erklärt. Ich bin gespannt, was der Marcianer noch so alles zaubert…
    Herzliche Grüße
    Frank

    • Marc Zahn

      Hi Frank,

      schön, dass Du schreibst 🙂 Ja – Aluminium ist, denke ich, das einzige neben Kupfer und Messing, das man mit haushaltsüblichen Vorrätigkeiten verarbeiten kann. Es ist also vor allem aus der Not geboren. Aber glücklicherweise sieht es auch recht hübsch aus 🙂

      Das nächste, das ich ausprobieren will, ist so eine Schale aus Kupfer.

  4. Willkommen zurück, schön das Du wieder da bist 🙂
    Die Schale sieht super aus und passt perfekt zum Tisch. Dachte bei dem Bild zuerst, den hast Du mitgebaut 😀

  5. Ich liebe es eigene Heimwerker Projekte zu starten,
    die machen mir immer sehr viel Spaß. Ich mag statt metall lieber mit Holz arbeiten

  6. Hallo Marc,

    sieht sehr gut aus. Unglaublich was man aus so einem Stück Alu in kürze machen kann. Aber mal eine Frage, ist es schwer die Kanten abzurunden? Ich kenne es teilweise nur von Holz und da bekomme ich das nie sauber hin.

    Grüße
    Daniel

    • Marc Zahn

      Hallo Daniel,

      nein – das war erstaunlich leicht. Das Alu ist letzten Endes doch so weich, dass man das mit einer normalen Feile herausfeilen kann – Mit ein bisschen Geduld reicht sogar eine Nagelfeile 🙂

  7. Hallo Marc,
    Klasse Blog und schöner Artikel zum Thema Alu-Blechbearbeitung. Ich kenne dies noch aus meiner Ausbildung zum Industriemechaniker von vor über 13 Jahren. In der Grundausbildung durften wir dies auch tun. In der Anfangsphase haben wir die Schraubstockbacken zum Biegen und als Sägeführung genutzt, was super Ergebnisse geliefert hat. Einfach die Anrisslinie parallel zu den Oberkanten der Spannbacken ausrichten und um die backen herum mit einem Holzklotz und Hammer das Blech biegen oder mit der Metallsäge entlang der geraden Backe und ergo entlang der Anrisslinie sägen. Aber ein besonders wertvoller Tip ist das nicht. Verwendest du einen Schraubstock? Mit Sicherheit wärst du auch selber drauf gekommen. Letztendlich funktioniert dies auch mit deiner Holzspannkonstruktion auf ähnliche Weise.
    Ich versuche mich noch an andere Methoden zu erinnern, auch wenns schon länger her ist 😉 und berichte dann gegebenenfalls.
    Gruss Thomas

    • Marc Zahn

      Hi Thoma,

      danke für diesen Einblick. Mit dem Schraubstock das klingt für mich auf den ersten „Blick“ ganz gut, aber aus meiner Erfahrung gibt es da zwei Probleme: Die Spannbacken müssen mindestens etwa annährend so breit wie Biegekante sein, da sonst der Biegeknick nach außen hin immer „runder“ wird.

      Das zweite Problem ist eigentlich das exakte Abkanten. Ich zumindest habe es trotz möglichst genauer Fixierung nicht geschafft – Allerdings ist mein Equipment nicht sooooo gut dafür geeignet.

      Mit dem Sägen: Meinst Du damit, das Blech sozusagen anzuritzen, um eine „Sollbiegekante“ zu bekommen? Das mit dem Hammer ist eine super Idee – Darauf bin ich nicht gekommen 🙂

      Ich würde mich freuen, wenn Du noch ein paar solcher Anregungen hast – Immer her damit!

  8. Moin Marc,

    sehr schönes Projekt, dass vor allem meiner Frau sehr gut gefällt!
    (Hoffentlich muss ich es nicht nachbauen …) 🙂
    Und schön, dass du wieder „da“ bist!

    Viele Grüße
    Burkhard

  9. Tolles Tutorial, kleines Schmankerl und zur Osterzeit sich ganz gut. Ich würde es dann noch rosten lassen, also einfach in Salzwasser einlegen. Für den industrial-look 🙂

  10. Eine tolle Idee. Ich war eigentlich auf der Suche nach etwas Inspiration für eine „Oster-Idee“. Deine Anleitung lässt sich dahingehend aber auch toll abwandeln – man kann die Schale auch prima mit Ostergras und ein paar Ostereiern dekorieren. Alles in allem sieht dein Resultat wirkt sehr schick und edel aus! Vielen Dank dafür 🙂

  11. Könnte man das auch in etwas größer bauen und in einen Tisch einbauen? Kaminähnlich quasi. Vllt hast du da ja eine Idee und lässt deine Kreativität freien Lauf 🙂

  12. Hallo Marc,

    damit die Bohrungen dort sind, wo du sie haben willst, hilft dir das ankörnern. Dort kannst du noch hin und her Korrigieren, und du siehst abweichungen von wenigen hunderstel millimetern von Auge.
    Sägen würde ich mit der Stichsäge, dann hast du schön gerade schnittkanten, die kaum mehr nachbearbeitet werden müssen.
    Mit dem 1mm Blech kriegst du auch die engen Biegeradien besser hin als mit den dickeren Blechen.
    Gefällt mir sehr dein Projekt.

    • Marc Zahn

      Hi Mat,

      stimmt genau 😀 Das mit dem Ankörnen hatte ich mir danach auch gedacht. Stichsäge genauso. Das 1 mm-Blech liegt hier noch rum. Das muss demnächst ran… 🙂

  13. Hallo, die Alu-Schale sieht sehr gut aus! Haben selbst eine Abteilung für Blechbearbeitung und haben letzte Woche einen Aschenbecher aus Aluminium-Blech für unsere qualmenden Kunden gezaubert 🙂 Sogar mit Alu-Lochblech als Einsatz. Die Asche fällt durch und die abgebrannten Stümmel liegen oben drauf 😉 Ganz simpel eigentlich

  14. Genialer Blog! 🙂 Gerade durch Zufall darauf gestoßen und werde auf jeden Fall öfters mal vorbeischauen. Die Anleitungen und Bilder sind übersichtlich und nachvollziehbar.

  15. Hi Marc, wo tolle Anleitung. Sieht auch echt klasse aus. Weißt du wo man das Material günstig her bekommt? Klar im Baumarkt, aber vielleicht hast du ja noch einen Geheimtipp 🙂

    VG

    Sebastian

  16. Die Tischschale ist eine gut Idee. Ich wollte schon länger mal was mit Blech oder Alu machen. Das hier sieht aus wie ein gutes Einsteiger-Projekt.

  17. Sieht mal richtig fresh und cool aus! Finde den Alu Look auch extrem geil, schaut einfach modern aus. So ne Tischschale wäre jetzt nicht so meins, aber ein cooler Alu Aschenbecher das wärs doch 😀

  18. Sehr detaillierte Anleitung, gefällt mir. Das bringt mich auf die Idee auch mal so eine Schale zu machen, ist ja wirklich nicht viel Arbeit. Leider habe ich deine Anleitung zu spät gesehen, das wäre ein perfektes Geschenk für meine Mutter geworden.

    VG
    Josef

  19. Hallo,
    schöne Anleitung! Werde ich demnächst direkt einmal nachbauen. Sieht gar nicht so schwer aus. Finde es besser als alles immer nur fertige Dekoartikel zu kaufen.
    Gruß Walter

  20. Genial einfache Idee, aber die einfachsten Ideen sind meist die besten. Bei Arbeiten mit Metall unbedingt immer entgraten, auch bei Aluminium. Sonst fängt man sich ganz fiese Splitter ein und diese dann zu entfernen kosten zum einen Zeit, aber oft ist es nicht ganz einfach und mit einer Pinzette kriegt man manchmal auch nicht alle raus. Ich spreche da aus Erfahrung 🙂

  21. Toll! Die Schale ist minimalistisch aber macht doch so viel her! Genau der Stil meiner Mannes. Der findet auch immer mal wieder Freude daran etwas selber zu machen – ich sollte ihm dieses hier mal zeigen 🙂

    Viele Grüße,

    Kathi

  22. Hallo,

    eine sehr schöne Anleitung. Ich habe das Ganze noch ein wenig modifiziert.
    Die Bleche sind nun geschweißt und ein wenig nachbearbeitet worden, damit das Wasser in der Schale bleibt. Jetzt haben wir zwei normale Schalen aus deinem Tutorial und eine modifizierte.

    Grüße

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.